Die Herausforderung: Parallele Infrastruktur für Strom und Wärme
Während das Smart Meter Gateway (SMGW) bereits flächendeckend im Stromsektor ausgerollt wird, existiert in der Wärmeversorgung noch eine eigene, separate Kommunikationsinfrastruktur. In der Fernwärme werden dafür unterschiedliche Kommunikationstechnologien eingesetzt – meist handelt es sich dabei um schmalbandige Technologien.
In der Praxis bedeutet das für die Liegenschaft: neben dem Smart Meter Gateway für die Stromsparte, wird eine zusätzliche Infrastruktur für Wärmemessung und weitere -anwendungen aufgebaut. Parallelstrukturen verursachen nicht nur höhere Investitions- und Betriebskosten, sondern erhöhen immer auch die Komplexität in Installation, IT-Betrieb und Wartung. Darüber hinaus sind Schmalbandtechnologien häufig nicht belastbar genug für innovative Anwendungen in der Fernwärme, wie zum Beispiel das Regeln von Hausübergabestationen aus der Ferne.
Wieso also nicht eine einheitliche Infrastruktur nutzen, um Messdaten, Regel- und Zustandswerte sowie weitere Anwendungen beider Sparten, cybersicher und digital zu übertragen?
Der Ansatz: Nutzung des CLS-Kanals für Wärmeanwendungen
Hier setzt ein aktuelles Projekt zwischen der KT-Elektronik (eine Tochter der SAMSON AG) und PPC an.
In gemeinsamer Zusammenarbeit wurde ein SAMSON Wärmeregler über den PPC CLS Adapter an ein Backendsystem angebunden. Das Smart Meter Gateway stellte die Datenübertragung und damit Anbindung an das Kundenbackend sicher.
Ein Wärmeregler, wie in diesem Falle der SAMSON TROVIS 5578, nutzt dabei die WAN-Verbindung des SMGW zur Kommunikation mit einem Backendsystem. In diesem Fall das SAMSON eigene „SAM District Energy.“
Die durch den Smart Meter Rollout aufgebaute, BSI-regulierte Kommunikationsinfrastruktur des SMGW wird somit konsequent für Fernwärmeanwendungen weiterentwickelt.
Im Ergebnis bedeutet das:
Ein cybersicherer Kanal pro Liegenschaft – spartenübergreifend.
Abgestimmte Kommunikationsprozesse und vereinheitlichte Architektur
Die Anbindung zwischen SAMSON Wärmeregler und SMGW+CLS wurde erfolgreich im Labor getestet.
Darunter fielen folgende gemeinsame Arbeiten:
- Die Architektur zwischen SMGW, CLS-Adapter und SAMSON-Wärmeregler musste spezifiziert und technische Anpassungen implementiert werden.
- Die notwendigen Kommunikationsprozesse wurden abgestimmt.
- Die Datenübertragung zum Backend wurde getestet und funktioniert stabil.
Das demonstriert die technische Machbarkeit. Für SAMSON und PPC war es entscheidend, hier die nächsten Innovationsschritte voranzugehen. Der Testversuch kann Stadtwerken einen Weg aufzeigen, wie Rollouts zukünftig über mehrere Sparten hinweg vereint werden können. Und diese so kosteneffizienter und schneller werden.
Fazit: Das SMGW wird zur überspannenden Kommunikationsplattform
Damit wird erneut deutlich, dass das Smart Meter Gateway in Zukunft Mehrwerte bieten kann, die über die Kernfunktionen in der Stromsparte weit hinausgehen. Das SMGW wird zur spartenübergreifenden Kommunikationsplattform.
Für Energieversorger und Stadtwerke bedeutet das perspektivisch:
- Wegfall paralleler Kommunikationsstrukturen
- Reduktion von Hardware und Mobilfunkverträgen
- Vereinheitlichte Montageprozesse
- Einheitliche Sicherheitsarchitektur
- Grundlage für integrierte Multi-Utility-Strategien
Gerade in einer Zeit, in der Effizienz, Cybersecurity und regulatorische Konformität gleichermaßen gefordert sind, kann diese Bündelung ein großer strategischer Vorteil sein.




